Feuchtgebiet · Vogelzug · Naturausflug

Rieselfelder Münster: Naturerlebnis zwischen Wasserflächen und Vogelzug

Die Rieselfelder nördlich von Münster sind eines der ungewöhnlichsten Ausflugsziele der Stadt: Aus ehemaligen Verrieselungsflächen entstand ein international bedeutendes Feuchtgebiet mit Beobachtungshütten, Wander- und Radwegen sowie einer außergewöhnlich reichen Vogelwelt.

Detailillustration der Rieselfelder Münster mit Wasserflächen, Zugvögeln und Beobachtungshütte
nördlich der StadtBeobachten mit Rücksicht
Zeit2–4 Stunden
Idealmit dem Fahrrad
Naturgebietkostenlos zugänglich
Entfernungca. 7 km ab Hauptbahnhof per Rad

Naturgebiet

Mehrere Beobachtungspunkte statt eines Pins

Das Schutzgebiet erstreckt sich über viele Wasserflächen. Die Biologische Station ist Ausgangspunkt, nicht das einzige Ziel.

© OpenStreetMap-Mitwirkende

Wegegebote und Schutzbereiche beachten; Beobachtungspunkte vor Ort anhand der Beschilderung wählen.

Naturbesuch vorbereiten

Beobachtungspunkte statt klassischem Rundgang

  1. 1
    RieselfeldhofInformation und Einstieg
  2. 2
    Erlebnisgebietzugängliche Wege nutzen
  3. 3
    Beobachtungshüttenruhig und mit Abstand beobachten
  4. 4
    ReservatSperrungen und Schutzregeln achten

Wege und sensible Bereiche können saisonal variieren. Fernglas, wetterfeste Kleidung und ausreichend Zeit bringen mehr als eine möglichst lange Strecke.

Warum sind die Rieselfelder so besonders?

Die Rieselfelder wurden früher zur Abwasserreinigung genutzt. Seit den 1960er-Jahren entwickelten sich die bewässerten Flächen zu einem bedeutenden Rast- und Lebensraum für Wat- und Wasservögel. Heute gehören große Teile zum Europäischen Vogelschutzgebiet; das rund 233 Hektar große Reservat nördlich der Coermühle ist außerdem seit 1983 als Feuchtgebiet internationaler Bedeutung nach der Ramsar-Konvention ausgewiesen.

Die Besonderheit ist, dass Naturschutz und Naturbeobachtung nebeneinander funktionieren. Besucher können ausgewiesene Wege, Aussichtspunkte und Beobachtungshütten nutzen, während sensible Bereiche bewusst gesperrt bleiben.

Naturerlebnisgebiet und Beobachtungspunkte

Südlich der Coermühle liegt ein etwa 200 Hektar großes Naturerlebnisgebiet. Es entstand zwischen 1997 und 2000 durch die Rückentwicklung früher landwirtschaftlich genutzter Flächen zu Feuchtwiesen, Stauflächen, Obstwiesen und Brachen.

Entlang der Wege markieren 22 Info-Pfosten wichtige Punkte. Aussichtstürme und Beobachtungshütten ermöglichen Einblicke in Wasserflächen und Röhrichte. Die Biologische Station weist ausdrücklich darauf hin, auf den befestigten Wegen zu bleiben.

Wie viel Zeit solltest du einplanen?

90 Minuten

Für einen kurzen Abstecher zu ausgewählten Beobachtungspunkten möglich.

2–4 Stunden

Der beste Rahmen für eine entspannte Runde mit mehreren Hütten und Beobachtungspausen.

Halber Tag mit Rad

Ideal, wenn du An- und Rückfahrt ab Innenstadt als Teil des Ausflugs nutzt.

Mit Führung

Die Biologische Station bietet regelmäßig vogelkundliche und naturpädagogische Veranstaltungen an.

Anreise mit Fahrrad, Bus oder Auto

Für Münster passt die Anreise mit dem Fahrrad am besten. Die Biologische Station nennt für eine vorgeschlagene Strecke ab Hauptbahnhof rund sieben Kilometer bis zum Rieselfeldhof. Fußgänger und Radfahrende sind von den aktuellen Straßensperrungen nicht betroffen.

Mit dem Bus fährt die Linie 4 Richtung Gelmer bis zur Haltestelle Rieselfelder. Von dort sind es laut Station etwa 20 Minuten zu Fuß bis zur Biologischen Station und rund 35 Minuten bis zum Rieselfeldhof.

Mit dem Auto ist die Situation aktuell komplizierter: Wegen einer Teilsperrung der Coermühle sind Biologische Station und Rieselfeldhof aus unterschiedlichen Richtungen erreichbar. Deshalb solltest du die offizielle Anreiseinformation unmittelbar vor der Fahrt prüfen.

Rieselfeldhof und Biologische Station

Die Biologische Station betreut das Gebiet seit 1976 und verbindet Naturschutz, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit. Im Rieselfeldhof gibt es eine Ausstellung zur Geschichte und Entwicklung der Rieselfelder. Nach aktueller Angabe ist der Rieselfeldhof von März bis Oktober sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet; die Biologische Station selbst hat eigene Bürozeiten.

Diese Öffnungszeiten betreffen die Einrichtungen, nicht das Naturgebiet als solches. Für einen normalen Spaziergang oder eine Radtour bist du daher nicht an Museumsöffnungszeiten gebunden.

Für wen lohnt sich der Ausflug?

Besonders stark sind die Rieselfelder für Naturinteressierte, Vogelbeobachter und Radfahrer. Familien mit älteren Kindern können Beobachtungshütten und Infopunkte gut als Entdeckungsroute nutzen. Für sehr kleine Kinder ist ein klassisches Tierziel wie der Allwetterzoo oft einfacher zugänglich.

Bei starkem Wind oder Regen verliert das Gebiet viel von seinem Reiz. Dann sind Naturkundemuseum und Planetarium die bessere wetterfeste Alternative.

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