Die Schaufassade
Wechsle auf die gegenüberliegende Straßenseite. Erst aus etwas Abstand werden die drei Arkaden, die hohen Fensterzonen und der durchbrochene Giebel als Ganzes sichtbar.
Altstadt · Westfälischer Frieden · Gotik
Hinter der filigranen Giebelfassade am Prinzipalmarkt liegt einer der wichtigsten politischen Erinnerungsorte Europas. Der Friedenssaal verbindet Münsters Stadtgeschichte mit den Verhandlungen, die 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendeten.

Am Prinzipalmarkt






























© OpenStreetMap-Mitwirkende
Der Friedenssaal liegt im Rathaus; der Marker bezeichnet den Besuchseingang, nicht einen separaten Ort auf dem Platz.
Besuchsreihenfolge
Der Friedenssaal kann wegen Empfängen, Trauungen oder Veranstaltungen zeitweise nicht zugänglich sein. Den aktuellen Status vor einem gezielten Besuch prüfen.
Münster und Osnabrück waren die beiden Kongressorte der Friedensverhandlungen, die 1648 im Westfälischen Frieden mündeten. Im Münsteraner Rathaus wurde insbesondere der Frieden zwischen Spanien und den Niederlanden beschworen. Der Friedenssaal ist daher kein bloßes historisches Zimmer, sondern Teil eines dezentralen europäischen Verhandlungsortes.
Der Saal war ursprünglich die Ratskammer. Holzvertäfelung, Bildnisse der Gesandten und städtische Repräsentationsobjekte vermitteln heute die politische Inszenierung der Zeit. Wichtig ist die Einordnung: Nicht ein einzelner Moment und nicht nur dieser Raum beendeten den Krieg; das Vertragswerk entstand in jahrelangen Verhandlungen an mehreren Orten.
Geschichte im Überblick
Das Rathaus erhält seine repräsentative Gestalt am Prinzipalmarkt.
Gesandte verhandeln in Münster und Osnabrück über eine europäische Friedensordnung.
Der bereits vereinbarte Frieden wird im Rathaus feierlich beschworen.
Das schwer zerstörte Rathaus wird rekonstruiert; der ausgelagerte Friedenssaal kehrt zurück.
Wechsle auf die gegenüberliegende Straßenseite. Erst aus etwas Abstand werden die drei Arkaden, die hohen Fensterzonen und der durchbrochene Giebel als Ganzes sichtbar.
Die Bildnisse geben den Verhandlungen Gesichter. Sie zeigen zugleich, wie politische Repräsentation im 17. Jahrhundert funktionierte.
Der Saal überstand den Krieg nicht zufällig: Wesentliche Teile der Ausstattung waren ausgelagert und konnten nach dem Wiederaufbau zurückkehren.
Das Nachbargebäude gehört zur Rathausgruppe. Sein Balkon und die schmalere Fassade bilden einen wichtigen Gegenakzent am Prinzipalmarkt.
Besuch planen
Rathausfassade und Stadtweinhaus vom Prinzipalmarkt aus betrachten.
Bürgerhalle und Friedenssaal ergänzen, sofern der Zugang möglich ist.
Rathaus, Prinzipalmarkt und St. Lamberti als zusammenhängenden Altstadtrundgang erleben.
Der Prinzipalmarkt und die Außenansicht sind frei zugänglich. Für den Friedenssaal gelten veröffentlichte Besuchszeiten und ein Eintritt; Trauungen, Empfänge und andere Termine können den Zugang kurzfristig verändern. Weil diese Angaben nicht dauerhaft stabil sind, solltest du sie unmittelbar vor dem Besuch auf der offiziellen Rathausseite prüfen.
Die Stadt weist außerdem auf bauliche und organisatorische Besonderheiten beim barrierefreien Zugang hin. Wer auf einen stufenlosen Weg angewiesen ist, sollte die aktuellen Hinweise der Stadt vorab heranziehen.