Fußballgeschichte · Berg Fidel · Stadionumbau
Preußenstadion Münster: 100 Jahre Fußballgeschichte
Das Preußenstadion ist seit dem 12. Juni 1926 die sportliche Heimat des SC Preußen Münster. Hier liegen die Meisterschaftssaison 1951, der Bundesliga-Start 1963, jahrzehntelange Fankultur und der aktuelle Stadionumbau übereinander. Als Ort ist das Stadion deshalb auch dann interessant, wenn gerade kein Spiel stattfindet – für einen Innenbesuch gelten allerdings die aktuellen Veranstaltungs- und Zugangsregeln.

Lage in Berg Fidel
Preußenstadion im Süden von Münster
Der Marker zeigt den Stadionstandort. Die konkreten Eingänge hängen vom Block und während des Umbaus auch von der aktuellen Bauphase ab.





























© OpenStreetMap-Mitwirkende
Für Heimspiele veröffentlicht der SC Preußen Münster aktuelle Hinweise zu Blockzugängen und Anreise. Während des Stadionumbaus können Wege kurzfristig angepasst werden.
Warum das Preußenstadion selbst ein historischer Ort ist
Als das Stadion am 12. Juni 1926 eröffnet wurde, war es nach der offiziellen Vereinschronik eine der modernen großen Sportanlagen seiner Zeit. Für Preußen Münster bedeutete der Neubau vor allem eine dauerhafte Heimat im Süden der Stadt. Auch 100 Jahre nach der Eröffnung wird am selben Standort Fußball gespielt.
Seine historische Bedeutung entsteht nicht durch einen einzelnen berühmten Baukörper, sondern durch die Kontinuität des Ortes: Meisterschaftsendrunde, Bundesliga, Auf- und Abstiege, Fantraditionen und der aktuelle Neubau liegen auf demselben Gelände. Wer das Stadion besucht, sieht deshalb keinen unveränderten Zustand von 1926, sondern einen Sportort, der immer wieder umgebaut und neu interpretiert wurde.
1925: Die erste Fußball-Liveübertragung im Radio begann noch am Münstermann-Platz
Ein oft mit dem Preußenstadion verbundener Medienmoment fand tatsächlich noch vor dessen Eröffnung statt. Am 1. November 1925 wurde das Spiel Preußen Münster gegen Arminia Bielefeld als erstes Fußballspiel in Deutschland live im Radio übertragen. Gespielt wurde am alten Münstermann-Platz.
Das ist eine wichtige Präzisierung: Die Übertragung fand nicht im fertigen Preußenstadion statt. Der Münstermann-Platz lag jedoch in unmittelbarer Nähe des neuen Stadionstandorts, der zu dieser Zeit bereits vorbereitet wurde. Der Radiomoment gehört deshalb zur Vorgeschichte des späteren Stadions, nicht zu seiner fertigen Baugeschichte.
1951: 40.000 Menschen sehen den Weg Richtung Meisterschaftsfinale
Den größten dokumentierten Zuschauerandrang seiner frühen Geschichte erlebte das Stadion in der Meisterschaftsendrunde 1951. Zum Spiel gegen den 1. FC Nürnberg kamen nach Vereinsangaben 40.000 Zuschauer. Preußen Münster erreichte anschließend das Endspiel um die deutsche Meisterschaft und wurde nach der 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern deutscher Vizemeister.
Die sportliche Geschichte endet dabei nicht am Stadiontor. Nach dem Finale wurde die Mannschaft auf dem überfüllten Prinzipalmarkt empfangen. Die Vereinsgeschichte verbindet deshalb Stadion, Mannschaft und Stadt.
1963: Bundesliga an der Hammer Straße
Zur Gründung der Bundesliga 1963 gehörte Preußen Münster zu den 16 ausgewählten Vereinen. Das Preußenstadion wurde damit Schauplatz der ersten Bundesligasaison. Die offizielle Stadionchronik hebt besonders das erste Heimspiel gegen den Hamburger SV hervor: Münster war am ersten Spieltag das einzige ausverkaufte Stadion und damit das erste ausverkaufte Stadion der neuen Bundesliga.
Die Bundesligazugehörigkeit dauerte nur diese eine Saison. Für den Ort blieb 1963 trotzdem ein historischer Marker – ähnlich wie 1951 ein Moment, an dem das Stadion bundesweite Fußballgeschichte berührte.
Das Stadion war immer mehr als die Summe seiner Fußballspiele
Zum 100-jährigen Stadionjubiläum 2026 arbeitete der Verein die Geschichte des Geländes ausdrücklich breiter auf. Neben großen Spielen gehörten dazu auch gesellschaftliche, kulturelle und kriegsbedingte Kapitel. Das schützt vor einem zu engen Blick auf Tabellen und Ergebnisse: Ein Stadion, das seit 1926 genutzt wird, verändert sich zusammen mit Stadt, Verein und Publikum.
Für Besucherinnen und Besucher bleibt der Ortsbezug entscheidend. Die Geschichte des Geländes bleibt über den Spieltag hinaus interessant; aktuelle Veranstaltungen und Spieltermine veröffentlicht der Verein.
Vom alten Preußenstadion zum Neubau
Stand: 15. September 2026.
Der Stadionkomplex befindet sich mitten in einem grundlegenden Umbau. Nach Angaben der Stadt sind Ost- und Westtribüne fertiggestellt. Die neue Osttribüne bringt rund 6.900 Stehplätze. Seit Mai 2026 wird die Nordtribüne gebaut; sie soll zur Saison 2027/28 fertiggestellt werden und rund 2.800 Plätze bieten. Während dieser Bauphase liegt die nutzbare Gesamtkapazität vorläufig bei rund 14.000 Plätzen.
Diese Zahlen beschreiben bewusst nur den aktuellen Zwischenstand. Kapazität, Zugänge und Baustellenführung können sich mit jeder Bauphase ändern. Dauerhaft wichtiger ist die Grundidee: Der historische Stadionstandort bleibt erhalten, wird aber infrastrukturell und baulich neu aufgestellt.
Fiffi-Gerritzen-Kurve und Fiffi-Gerritzen-Weg verbinden Person und Ort
Mit dem Umbau wurde eine gewachsene Fanbezeichnung dauerhaft sichtbar. Die neue Osttribüne trägt seit 2026 offiziell den Namen Fiffi-Gerritzen-Kurve. Die Fans hatten den Namen bereits Jahre zuvor für ihr Stimmungszentrum etabliert; heute ist er Teil des neuen Stadions.
Zugleich führt die gemeinsame Stadionadresse über den Fiffi-Gerritzen-Weg. Damit begegnet Besucherinnen und Besuchern der Name schon bei der Ankunft. Wer verstehen will, warum aus einem Rechtsaußen der 1950er Jahre ein solcher Erinnerungsanker wurde, findet die Geschichte in der eigenen Biografie.
Zum Spiel ins Stadion: Anreise und Zugang aktuell prüfen
Das Stadion liegt in Berg Fidel südlich der Innenstadt. Der Verein weist für Heimspiele darauf hin, dass Zugänge je nach Block über die Hammer Straße beziehungsweise Am Berg Fidel erfolgen. Wegen der sehr begrenzten öffentlichen Parkmöglichkeiten empfiehlt der Club die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad.
Während des Umbaus können Wege und Eingänge abweichen. Prüfe deinen Blockzugang vor dem Spiel beim Verein. Für Bahn, Bus, Fahrrad, Auto und Park-and-Ride hilft der Anreiseguide.