Alter Steinweg · Renaissance · Friedensgeschichte

Krameramtshaus: Wo Münster und die Niederlande Geschichte schrieben

Der markante Backsteingiebel am Alten Steinweg gehörte einst der münsterschen Kramergilde. Während des Friedenskongresses wohnten hier niederländische Gesandte; 1648 wurde in ihrem Quartier der Vertrag mit Spanien unterzeichnet. Heute beherbergt das Haus Einrichtungen der Universität Münster rund um die Niederlande.

Stilisierte Illustration des Krameramtshauses mit gestuftem Giebel, linkem Backsteinnachbarn und langem rechten Seitenflügel
Erbaut 1589Haus der Niederlande seit 1995
AdresseAlter Steinweg 6/7
Erbaut1589
1648Quartier der Gesandten
HeuteHaus der Niederlande

Am Alten Steinweg

Das Haus in wenigen Minuten lesen

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    Vorplatz und GiebelDen gestuften Backsteingiebel mit seinen Steinverzierungen aus etwas Abstand betrachten
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    Langer SeitenflügelEntlang der rechten Gebäudeseite die Fensterreihen und die Ausdehnung des Hauses erkennen
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    Zum Rathaus weitergehenIm Friedenssaal wurde der Vertrag mit Spanien später feierlich beschworen

Die Außenansicht ist ein kurzer Altstadtstopp. Für Bibliothek, Ausstellungen und Veranstaltungen gelten unterschiedliche Zugänge; aktuelle Hinweise beim Haus der Niederlande prüfen.

Am Alten Steinweg

Krameramtshaus zwischen Lamberti und Rathaus

Der Gebäudepunkt liegt am Haus der Niederlande. St. Lamberti und Rathaus ordnen den kurzen Weg durch die Altstadt ein.

© OpenStreetMap-Mitwirkende

Der Gebäudepunkt ist keine Eingangstür. Die Fassade ist von der Straße sichtbar; für Bibliothek und Ausstellungen aktuelle Zugänge prüfen.

Warum sich der Stopp lohnt

Am Alten Steinweg zeigt die Fassade, dass die Geschichte des Westfälischen Friedens nicht allein im Rathaus spielt. Der giebelständige Backsteinbau und sein langer Seitenflügel stehen unmittelbar neben einem niedrigeren Backsteinbau. Die offene Straßenfläche vor dem Giebel gibt genug Abstand, um die gegliederte Fassade zu betrachten.

Das Krameramtshaus war Versammlungsort und Warenlager der Kramergilde. Als Kongressquartier wurde es später zum Schauplatz eines wichtigen Vertrags. Der Rathausbesuch erklärt die öffentliche Zeremonie; hier lässt sich die Vorgeschichte der niederländischen Gesandten räumlich nachvollziehen.

Geschichte im Überblick

Kramergilde, Friedenskongress, Universität

  1. Haus der Kramergilde

    Das Krameramtshaus entsteht als Versammlungs- und Warenhaus der münsterschen Händlergilde.

  2. Niederländisches Gesandtenquartier

    Acht Gesandte der Republik der Vereinigten Niederlande wohnen während der Friedensverhandlungen im Haus.

  3. Friede von Münster

    Im Krameramtshaus wird der spanisch-niederländische Vertrag unterzeichnet. Die Republik bestand bereits; Spanien erkennt ihre Unabhängigkeit damit an.

  4. Zeremonie im Rathaus

    Der Frieden wird in der Ratskammer des historischen Rathauses feierlich beschworen.

  5. Haus der Niederlande

    Die Universität Münster nutzt das Gebäude für Niederlandestudien, Philologie und Bibliothek.

Wurden die Niederlande hier gegründet?

Eine Gründung aus dem Nichts fand 1648 nicht statt. Die Republik der Vereinigten Niederlande existierte schon zuvor. Der am 30. Januar im Krameramtshaus geschlossene Vertrag beendete den Krieg mit Spanien und erkannte die niederländische Unabhängigkeit an. Die feierliche Bekräftigung folgte am 15. Mai im Rathaus. Diese beiden Orte erzählen deshalb zwei verschiedene Teile derselben Geschichte.

Was ist heute zugänglich?

Die Fassade ist von der öffentlichen Straße aus zu sehen. Das Haus der Niederlande vereint heute das Institut für Niederländische Philologie, das Zentrum für Niederlande-Studien und die Bibliothek im Haus der Niederlande. Öffentliche Veranstaltungen oder Ausstellungen können hinzukommen; daraus folgt kein allgemeiner Zugang zu allen Räumen oder zu jedem historischen Zimmer.

Prüfe für eine Ausstellung das aktuelle Programm und für einen Bibliotheksbesuch die gesonderten Zugangszeiten der Universität. Der Ort liegt wenige Schritte nördlich von St. Lamberti und lässt sich mit dem Prinzipalmarkt und dem Rathaus verbinden.

Quellen