1950 · Wechsel nach Münster
Gerritzen kommt vom VfB Oldenburg zu Preußen Münster und wird sofort Teil einer außergewöhnlichen Offensive.
Fußball & Stadtkultur · 1927–2007
Felix „Fiffi“ Gerritzen wurde in Oldenburg geboren, fand aber in Münster seine sportliche und persönliche Heimat. Als pfeilschneller Rechtsaußen des legendären 100.000-Mark-Sturms prägte er die erfolgreichste Preußen-Mannschaft der Nachkriegszeit. 166 Pflicht- und Oberligaspiele mit 83 Toren, die Vizemeisterschaft 1951 und vier A-Länderspiele erzählen nur einen Teil seiner Geschichte: Gerritzen blieb den Preußen und ihren Fans zeit seines Lebens verbunden. Heute tragen die Fiffi-Gerritzen-Kurve und der Fiffi-Gerritzen-Weg seinen Namen.

Eine Preußen-Legende über Generationen
Vom Wechsel nach Münster bis zur offiziellen Fiffi-Gerritzen-Kurve: Seine Geschichte reicht vom größten sportlichen Erfolg der Preußen bis in den aktuellen Stadionneubau.
Gerritzen kommt vom VfB Oldenburg zu Preußen Münster und wird sofort Teil einer außergewöhnlichen Offensive.
Als Rechtsaußen erreicht er mit Preußen das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft und debütiert für die A-Nationalmannschaft.
Mit 23 Treffern wird Gerritzen Torschützenkönig der Oberliga West.
Mit 79 Jahren nimmt er am offiziellen Empfang zum 100-jährigen Vereinsjubiläum teil.
In Abstimmung mit der Familie Gerritzen etabliert die Fanszene die Fiffi-Gerritzen-Kurve für ihr Stimmungszentrum.
Die neue Osttribüne wird offiziell zur Fiffi-Gerritzen-Kurve; der Stadionkomplex trägt zugleich die Adresse Fiffi-Gerritzen-Weg.
In Oldenburg geboren; ab 1950 Preußen-Spieler und prägende Figur der Vizemeistermannschaft von 1951.
Bei kaum einer anderen Preußen-Persönlichkeit ist diese Verbindung heute so sichtbar: Kurve, Stadionadresse, Vereinsgeschichte und Fankultur tragen seinen Namen oder beziehen sich unmittelbar auf ihn.
Gerritzen wechselte 1950 zu Preußen Münster und gehörte bereits ein Jahr später zur Mannschaft, die das 100.000-Mark-Sturm und Finale um die Deutsche Meisterschaft erreichte.
Die Vizemeisterschaft 1951 ist bis heute einer der größten sportlichen Erfolge des Vereins und fest mit Gerritzens Namen verbunden.
Die Stadt Münster überschreibt ihre ausführliche Würdigung Gerritzens mit „Vom Dribbler zum König der Herzen“. Der Beiname passt zu einer Karriere, die weit über reine Statistik hinausreichte. Gerritzen war für seine enorme Schnelligkeit, sichere Ballbehandlung, angeschnittenen Ecken und große Spielfreude bekannt. Die Erzählung, er habe die 100 Meter mit Ball in weniger als elf Sekunden geschafft, gehört zur Legendenbildung um den schnellen Rechtsaußen – die Stadt kennzeichnet sie ausdrücklich als Mär.
Sportlich sind die Eckdaten beeindruckend genug: Für Preußen Münster bestritt Gerritzen von 1950 bis 1958 166 Spiele und erzielte 83 Tore. 1955 wurde er mit 23 Treffern Torschützenkönig der Oberliga West. Für die deutsche A-Nationalmannschaft kam er viermal zum Einsatz; bei seinem Debüt am 15. April 1951 gegen die Schweiz erzielte er beim 3:2-Sieg das zwischenzeitliche 2:1.
Gerritzen wechselte 1950 vom VfB Oldenburg zu Preußen Münster. Gemeinsam mit Adi Preißler, Rudi Schulz, Jupp Rachuba und Sigi Lammers bildete er den legendären „100.000-Mark-Sturm“. Diese Angriffsreihe steht bis heute für die erfolgreichste Saison der Preußen-Geschichte: 1951 erreichte Münster das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft und wurde deutscher Vizemeister.
Gerritzen wurde damals auch von anderen namhaften Vereinen umworben. Die städtische Biografie nennt unter anderem den 1. FC Nürnberg, Werder Bremen und ein Angebot aus Turin. Er blieb jedoch bei den Preußen und in Münster. Diese Entscheidung wurde Teil jener besonderen Bindung, die seinen Namen später weit über seine aktive Karriere hinaus mit dem Verein verknüpfte.
Nach dem Ende seiner Oberliga-Zeit verlor Gerritzen den Kontakt zum Fußball und zu Preußen Münster nicht. Die Stadt beschreibt ihn ausdrücklich als zeit seines Lebens aufmerksamen Begleiter seiner Preußen und des aktuellen Fußballgeschehens. Er schrieb außerdem Fußball-Kolumnen für die Münstersche Sonntagszeitung und äußerte sich dort unter anderem zu den Preußen, zur Nationalmannschaft und zu den Fans.
Noch am 30. April 2006, wenige Monate nach seinem 79. Geburtstag, nahm Gerritzen am offiziellen Empfang zum 100-jährigen Vereinsjubiläum teil. Der SC Preußen führt ihn in seiner Vereinschronik unter den ehemaligen Spielern und Weggefährten auf, die an diesem Tag gemeinsam mit dem Verein feierten. Gerritzen starb am 3. Juli 2007 in Münster; die Stadt berichtet von mehr als 500 Trauernden bei seiner Beisetzung auf dem Mauritzfriedhof.
Gerritzens Popularität war eng mit seinem sozialen Engagement verbunden. Bereits 1954 begann er, für das Vinzenzwerk in Münster-Handorf große Lebkuchenhäuser zu bauen. Nach Angaben der Stadt fertigte er diese aufwendigen Häuser mehr als 50 Mal an; in seinen letzten Lebensjahren unterstützte ihn sein Sohn André. Die gemeinsame Tradition von Provinzial und Preußen Münster wird bis heute ausdrücklich auf Fiffi Gerritzens Initiative zurückgeführt.
Auch darüber hinaus half Gerritzen unentgeltlich: Die Stadt dokumentiert Weihnachtsgestecke für ältere Menschen mit kleinem Einkommen sowie Restaurierungsarbeiten an Kruzifixen, Wegekreuzen, Heiligenfiguren und Bänken für Kirchengemeinden. 2013 wurde er posthum in die Westfälische Ehrengalerie aufgenommen – der SC Preußen hebt dabei ausdrücklich hervor, dass die Auszeichnung auch sein soziales Engagement würdigte.
Wie stark Gerritzens Name gerade in der Fanszene verankert ist, zeigt die Fiffi-Gerritzen-Kurve. Bereits 2013 etablierte die Fanszene in Abstimmung mit der Familie Gerritzen diese Bezeichnung für das damalige Stimmungszentrum im Block N. Der Name entwickelte sich über Jahre zu einer festen Institution der Preußen-Fankultur.
Mit dem Stadionumbau wurde diese Fantradition dauerhaft in den Neubau übernommen: Seit 2026 trägt die neue Osttribüne des LVM-Preußenstadions ganz offiziell den Namen „Fiffi-Gerritzen-Kurve“. Der von Fans gestaltete Schriftzug prägt die Stehplatzblöcke O1 bis O3; auch die Dachblende trägt beziehungsweise erhält den Namen. Die Kurve bleibt werbefrei. Der SC Preußen bezeichnet sie als atmosphärisches Herzstück des Stadions und als Ausdruck lebendiger Fankultur.
Die Erinnerung endet nicht an der Kurve. Im Zuge der Modernisierung erhielten die Stadiongebäude die gemeinsame Adresse Fiffi-Gerritzen-Weg. Wer heute zum LVM-Preußenstadion kommt, begegnet seinem Namen damit schon auf dem Weg zum Stadion und anschließend im zentralen Stehplatzbereich der Heimfans.
Auch der offizielle Sponsorenpool des SC Preußen führt einen Fiffi-Gerritzen-Club. Damit ist sein Name heute in Fankultur, Stadion, Adresse und Vereinsumfeld gleichzeitig präsent. Diese ungewöhnliche Dichte an Erinnerungsorten erklärt, warum Gerritzen in Münster nicht nur als früherer Nationalspieler, sondern als identitätsstiftende Vereinsfigur weiterlebt.
Preußens Vizemeisterschaft 1951 und die Fiffi-Gerritzen-Kurve verbinden Gerritzens Laufbahn mit der Vereinsgeschichte und dem heutigen Stadion.
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